Ein Lagerplatz bezeichnet eine räumlich und organisatorisch eindeutig definierte Stelle innerhalb eines Lagers oder Logistikzentrums, an der Ware, Behälter oder Ladeeinheiten gelagert werden. Der Begriff umfasst dabei sowohl physische Flächen (z. B. Stellplätze am Boden) als auch Positionen in Regalanlagen (z. B. Fach-, Ebenen- oder Palettenpositionen). Ein Lagerplatz ist in der Regel so beschrieben, dass er innerhalb der Lagerstruktur eindeutig identifizierbar ist, etwa über eine Lagerplatzkennung oder eine Koordinate.
Im logistischen Kontext ist der Lagerplatz die kleinste adressierbare Einheit der Lagerhaltung. Er bildet die Grundlage für die räumliche Zuordnung von Beständen und für die Nachvollziehbarkeit von Warenbewegungen. In der Praxis wird der Lagerplatz häufig als Teil eines hierarchischen Systems verstanden, das von Bereichen (z. B. Wareneingang, Kommissionierzone, Nachschubzone) über Gänge und Regale bis zur konkreten Stellposition reicht.
Die Definition ist eng mit Prozessen wie Einlagerung, Umlagerung und Auslagerung verbunden. Ein Lagerplatz ist dabei nicht nur ein „Ort“, sondern auch ein Organisationsmittel zur Steuerung von Beständen, Laufwegen und Zugriffshäufigkeiten. Je nach Lagertyp (z. B. Blocklager, Regallager, automatisiertes Kleinteilelager) kann die Ausprägung des Lagerplatzes unterschiedlich sein, bleibt aber in seiner Funktion vergleichbar: Er stellt eine definierte Aufbewahrungsposition dar.
Lagerplätze werden typischerweise nach ihrer Struktur und ihren Merkmalen beschrieben. Dazu zählen Abmessungen, Tragfähigkeit, zulässige Ladeeinheiten, Zugriffsmöglichkeiten sowie die Lage innerhalb des Lagers. In Regallagern ist ein Lagerplatz häufig durch die Kombination aus Gang, Regal, Ebene und Fach bestimmt; in Boden- oder Blocklagern durch eine markierte Stellfläche oder ein Raster. In automatisierten Systemen wird der Lagerplatz zusätzlich durch technische Parameter wie Ein-/Auslagerpunkte oder Behältertypen definiert.
Ein zentrales Merkmal ist die Belegungslogik. Lagerplätze können als feste Plätze (fest zugeordneten Artikeln oder Artikelgruppen) oder als freie Plätze (dynamische Zuordnung je nach Verfügbarkeit) geführt werden. In beiden Fällen ist die eindeutige Zuordnung von Bestand zu Lagerplatz entscheidend für Inventur, Bestandsführung und Rückverfolgbarkeit. Darüber hinaus existieren Lagerplätze mit besonderen Anforderungen, etwa für Gefahrstoffe, temperaturgeführte Ware oder hochwertige Güter mit erhöhten Sicherheitsvorgaben.
Typische Einsatzfelder ergeben sich aus den unterschiedlichen Funktionsbereichen eines Lagers. Lagerplätze finden sich unter anderem in:
Die konkrete Ausgestaltung hängt von Sortiment, Umschlagshäufigkeit und eingesetzter Lagertechnik ab. Ein Lagerplatz kann dabei auf Paletten, Behälter, Kartons oder Sonderladungsträger ausgelegt sein. In vielen Lagern wird die Nutzung über ein Lagerverwaltungssystem oder ERP-gestützte Bestandsführung abgebildet, um Verfügbarkeit, Sperrungen oder Qualitätsstatus je Lagerplatz zu dokumentieren.

Die Bedeutung des Lagerplatzes zeigt sich vor allem in der Fähigkeit, Bestände präzise zu lokalisieren und Warenflüsse effizient zu steuern. Eine konsistente Lagerplatzstruktur erleichtert die Bestandsgenauigkeit, reduziert Suchzeiten und unterstützt die Prozesssicherheit bei Einlagerung und Entnahme. In der operativen Lagerarbeit wirkt sich die Lagerplatzorganisation direkt auf Laufwege, Durchsatz und Fehlerquoten aus, beispielsweise bei der Kommissionierung oder bei Umlagerungen zwischen Reserve- und Pickbereichen.
Im E-Commerce und im Multi-Channel-Umfeld ist die Lagerplatzführung häufig besonders anspruchsvoll, da viele Artikelvarianten, wechselnde Nachfrage und kurze Lieferzeitversprechen aufeinander treffen. Lagerplätze müssen hier sowohl für schnelle Zugriffe als auch für eine flexible Nachschubversorgung geeignet sein. Gleichzeitig steigt die Relevanz von transparenten Beständen je Lagerplatz, etwa um Teillieferungen, Chargen- oder Seriennummernzuordnungen sowie Qualitäts- und Sperrbestände eindeutig abzubilden.
Auch für Automatisierung und Skalierung ist der Lagerplatz ein zentrales Element. Automatische Lager- und Bereitstellungssysteme arbeiten mit eindeutig adressierten Positionen, die als Koordinaten im System geführt werden. Dadurch lassen sich Ein- und Auslagerstrategien (z. B. nach Zugriffshäufigkeit, Volumen oder Gewicht) systemseitig unterstützen. Selbst in manuell geführten Lagern dient die Lagerplatzkennzeichnung als verbindliche Referenz für Prozesse, Dokumentation und Inventuren.
Lagerort: Häufig synonym verwendet, kann aber je nach Systematik auch eine übergeordnete Einheit (z. B. Bereich oder Zone) bezeichnen.
Stellplatz: Betonung der physischen Abstellfläche, insbesondere bei Paletten- oder Bodenlagerung; kann als konkreter Lagerplatz verstanden werden.
Kommissionierplatz: Lagerplatz, der für die Entnahme von Einzelstücken oder Verkaufseinheiten vorgesehen ist, oft in einer Pickzone.
Nachschubplatz: Lagerplatz im Reservebereich, von dem aus Kommissionierplätze mit Ware versorgt werden.
Lagerplatzkennzeichnung: Systematik zur eindeutigen Identifikation eines Lagerplatzes, z. B. durch Codes, Barcodes oder Koordinatenschemata.
Lagerverwaltungssystem (LVS): Software zur Verwaltung von Lagerplätzen, Beständen und Bewegungen sowie zur Steuerung von Ein- und Auslagerprozessen.
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